Schollene an der Havel
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Der Mond kocht

Schollene
948 wird Schollene zum ersten mal urkundlich erwähnt, weiterhin Niecerim (Nierow) und Malici (Mahlitz). Der Name ist wendischen Ursprungs, SKOLENA edeutet "aus dem Knie". Der Havellauf beschreibt um die Burginsel herum die Form eines Knies. Die alte Burg Schollene lag auf der von der Havel, dem Bützow, der Junker- und der Mühlenlanke eingeschlossenen Erhöhung. Ursprünglich von den Wenden angelegt, ging sie in den Kämpfen mit den von Westen vordringenden Deutschen zugrunde. Auf den Trümmern wurde dann von den Askaniern eine neue stolze Feste aufgeführt, derer sich ab da die Magdeburger Erzbischöfe bemächtigten und der Mark von hier aus viel Schaden zufügten. Die feste deutsche Burg Schollene mußte aus diesen Gründen um ca. 1300 abgeschliffen werden, letzte Reste wurden nach dem Brand 1844 verbaut. Der 30-jährige Krieg hat unsere Gegend fast gänzlich entvölkert, Nachbarsiedlungen verschwanden völlig. Zur Blüte kam Schollene als Marktflecken Anfang des 18. Jahrhunderts mit bis zu 3.000 Einwohnern. Aber eine verheerende Brandkatastrophe vernichtete dann 1844 fast den gesamten Ort.


Deutsche Burg zu Schollene um 1200, Zeichnung von H. Gäde


Schollene ist sicherlich als Siedlungsgebietviel viel älter, denn die Slawen waren hier lange vor der Germanisierung seßhaft. Zwischen dem 3. und 5. Jahrhundert setzten sich die Wenden, ein slawischer Volksstamm, in unserer Gegend fest. Sie sind ursprünglich nicht kriegerisch, beschäftigen sich vorzugsweise mit Ackerbau und Viehzucht und besitzen schon beachtliche handwerkliche Fähigkeiten und sind bekannt als Imker und Fischer. Karl der Große unternimmt um die Osterzeit des Jahres 789 einen Feldzug von Aachen aus gegen die Wenden, setzt in der Gegend von Werben über die Elbe, unterwirft sie und zwingt ihnen das Christentum auf. Als Otto der I. die Bistümer Havelberg (948) und Brandenburg (949) gründet, wird Schollene zum ersten mal urkundlich genannt, als zum Sprengel des Bistums Havelberg gehörig.

Zur Zeit der ersten urkundlichen Erwähnung war unser Ortsteil Mahlitz als selbständiges Kirchdorf weitaus bedeutender als Schollene und wurde deshalb auch als Hauptort erwähnt. In der wechselvollen Geschichte Schollenes war unsere Gegend immer schon Grenzregion. Viel Blut fließt besonders während des siegreichen Slawenaufstandes von 983 in unserer Gegend. Fortan bildet die Elbe wieder die grenze zwischen Wenden und Germanen.
1134 wird Albrecht der Bär mit der Nordmark, der heutigen Altmark, belehnt. Er erbt 1141 vom letzten Wendenfürsten Pribislaw das Havelland. Zu dieser Erbschaft gehört auch das Land Schollene. Es umfaßt nicht nur die umliegenden Dörfer, sondern zieht sich an der Havel entlang bis gegen Milow und bis an die Grenze des Landes Klietz. Mehrmals wechselt unser Land seinen Besitzer bis Albrecht der Bär endgültig durch Macht seiner Waffen Sieger bleibt. Er stellt nun den wendischen Adel dem deutschen gleich. Zu dieser Zeit ruft er Flamen und Holländer, die durch den Einbruch des Meeres ihren Wohnsitz verloren haben, in sein Gebiet. Sie bauen Dörfer, führen den Obst- und Weinbau bei uns ein, legen Sümpfe trocken und bewässern andererseits das trockene Land. In Schollene werden zu dieser Zeit zwischen den 10 bestehenden wendischen Höfen noch 14 deutsche Höfe errichtet.

1195 geht die Stadt Brandenburg mit den Ländern Zauche und Schollene durch Schenkung Otto des II. an den Erzbischof Ludolf. Die Lage von Schollene mit seinen natürlichen grenzen bietet sich für den Bau einer Wasserburg nahezu an. Es ist wahrscheinlich, daß die alte wendische Burg in den Kriegen mit den Deutschen abbrannte. Auf den Trümmern lassen die neuen Herren eine stolze Feste erbauen. In der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts gehört die Burg Johann von Plotho und nach ihm seinen Söhnen. Um 1350 besitzt der Ritter Johann von Busch Schollene. Ihm folgen die Ritter von Rosenburg. Im Versöhnungsvertrag zwischen den Markgrafen und dem Erzbischof von 1351 wird ausgesagt, daß der Ritter Werner von Rosenburg die Burg abbrechen soll. Danach belehnt Erzbischof Albrecht der III. von Magdeburg die Brüder von Bredow mit halb Schollene. 1394 werden die Brüder von Predole "zur gesamten hand" mit Schollene belehnt. Sie sind auch als die ersten Bebauer des im Dorfe gelegenen Ritterhofes anzusehen und sind beinahe 300 Jahre, von 1394 bis 1689, im Besitz zweier Rittergüter; davon lag eines in Neuschollene. Die Treskows sind von 1420 bis 1723 ebenfalls besitzer von zwei Rittergütern. Es befinden sich zu jener Zeit nämlich vier Junkerhöfe in unserem Dorf, 3 in Alt-Schollene und einer in Neuschollene. Außerdem gehört jeder der beiden Familien eine Krugwirtschaft und eine Windmühle; eine dritte Mühle gehört dem Dorfschulzen. nachdem der letzte Predole im Krieg gegen Frankreich fällt, kommen seine Besitzungen in Schollene an den Domherren zu Brandenburg, Joachim Ehrenreich Katte auf Neuenklitsche. 1723 verkauft Johann Sigismund Treskow Schollene an den Oberhofmarschall Freiherr von Printzen. Von dem letzten Vertreter dieser Familie wird 1752 das neue Schloß Schollene erbaut. Am 14. Juni 1844 legt eine Feuersbrunst das Dorf und Kirche in Schutt und Asche. Nur das Schloßgehöft, das Schul- und Küsterhaus, sowie die Häuser Wittstock, Kühne, Körtge und Zotzmann bleiben erhalten.
Im Jahre 1860 geht das Schloß Schollene durch Kauf an den Hauptmann a.D. Udo von Alvensleben über.

Viele maßgebliche Menschen haben ihren aktiven Beitrag zur Entwicklung von Schollenen und seiner Ortsteile geleistet, seien es die Familien von Printzen oder von Alvenslehen oder seien es vor allem die Bürgermeister mit ihren Räten. Aber auch vertreter von Handel und Gewerbe leisteten und leisten ihren Beitrag zum Blühen und Gedeihen der Gemeinde. Und was wäre das gesellschaftliche Leben in Schollene ohne die Vereine! Es fing mit dem Männerturnverein und dem Chor und der Freiwilligen Feuerwehr an, und heute haben wir bedeutend mehr.

 

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